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Senior-Hund füttern: Protein & Muskelerhalt

Jahrelang galt die Regel: Ältere Hunde brauchen weniger Protein, um die Nieren zu schonen. Aktuelle Forschung zeigt das Gegenteil – gesunde Senior-Hunde profitieren von mehr, nicht weniger Protein.


Der überholte Mythos zur Proteinreduktion

Die meisten kommerziellen Senior-Futter haben traditionell einen niedrigeren Proteingehalt als Futter für erwachsene Hunde. Studien zeigen jedoch, dass das Altern die Verdauung und Aufnahme von Protein im Darm verringern kann – ältere Hunde brauchen also tendenziell mehr, nicht weniger Protein, um denselben Nutzen daraus zu ziehen. Eine Proteinreduktion allein aufgrund des Alters ist nicht durch Untersuchungen gestützt und kann Muskelabbau sogar verstärken.


Sarkopenie – der Fachbegriff für Muskelabbau im Alter

Ein zunehmender Muskelabbau gehört zu den natürlichen Alterungsvorgängen und wird als Sarkopenie bezeichnet. Dieser Prozess lässt sich durch die Ernährung beeinflussen und hinauszögern: Mindestens 25 % der Kalorien sollten bei gesunden Senior-Hunden aus hochwertigem Protein stammen. Ein hoher Muskelanteil unterstützt zusätzlich die Gelenke, da eine gute Bemuskelung den Bewegungsapparat entlastet.


Die wichtige Ausnahme: Niereninsuffizienz

Nur bei tierärztlich diagnostizierter Niereninsuffizienz ist eine kontrollierte Proteinreduktion sinnvoll – und auch dann ausschließlich unter tierärztlicher Begleitung. Eine vorsorgliche Proteinreduktion bei gesunden Senior-Hunden allein aufgrund des Alters wird von aktueller Forschung nicht gestützt.


Sinkender Energiebedarf bei gleichzeitig höherem Proteinanteil

Ältere Hunde bewegen sich meist weniger und haben einen sinkenden Gesamtenergiebedarf. Wird die Futtermenge einfach reduziert, sinkt jedoch auch die Zufuhr an Proteinen, Mineralstoffen und Vitaminen mit – eine schleichende Unterversorgung, die ältere Hunde schlechter tolerieren als jüngere. Sinnvoller ist ein Futter mit angepasstem Nährstoffprofil: weniger Kalorien pro Portion, aber ein höherer relativer Proteinanteil.


Gewicht und Gelenke im Blick behalten

Da sich Senior-Hunde weniger bewegen, steigt gleichzeitig das Risiko für Übergewicht, was Gelenke, Kreislauf und Herz zusätzlich belastet. Regelmäßiges Wiegen und die Beobachtung der Körperkondition helfen, Energiezufuhr und Aktivität in Balance zu halten.


Autoren-Box:

Ich bin Thorsten Riggers, zertifizierter Reico-Vital Systemexperte. Diese Angaben dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle tierärztliche Diagnose, insbesondere bei bestehenden Nieren- oder anderen Vorerkrankungen.


Quellen und weiterführende Hinweise

Zusammengestellt von Thorsten Riggers, zertifizierter Reico-Vital Systemexperte.

Purapep, Fachbeitrag zu Sarkopenie und Proteinbedarf bei alternden Hunden.

Hund-Katze.net, Fachbeitrag zu Studienergebnissen zum erhöhten Proteinbedarf
geriatrischer Hunde.

Futtercheckerin, Fachbeitrag zu Proteingehalt und Nährstoffbalance im Hundefutter.

Diese Zusammenstellung dient der allgemeinen Information und ersetzt keine
individuelle tierärztliche Beratung.

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