Allergie

Futtermittelallergie beim Hund: Die Ausschlussdiät richtig durchführen

Futtermittelallergien sind nach Flohspeichel- und Umweltallergien die dritthäufigste Allergieform beim Hund. Die Ausschlussdiät ist bis heute die einzige verlässliche Methode, um sie tatsächlich nachzuweisen – Blut- oder Haartests liefern dagegen unzuverlässige Ergebnisse.


Warum Bluttests keine verlässliche Diagnose liefern

Aktuell gibt es keine verlässlichen Allergietests für Futtermittelallergien. In einer Untersuchung reagierten Tests sogar auf Proben wie Wasser oder Kunstfell ähnlich wie auf reale Futterproben, und auch Bluttests weisen eine hohe Rate falsch-positiver Ergebnisse auf. Für Umweltallergien wie Pollen oder Milben können IgE-Bluttests dagegen durchaus sinnvoll sein – der Unterschied zur Futtermittelallergie ist hier wichtig.


Die richtige Proteinquelle auswählen

Entscheidend ist eine Proteinquelle, die der Hund zuvor noch nie gefressen hat – "noch nie" schließt auch sämtliche Leckerlis und Kauartikel ein. Geeignet sind meist exotische Quellen wie Känguru, Strauß, Ziege oder Insekten. Pferdefleisch galt lange als zuverlässig hypoallergen, wird inzwischen aber häufiger in Fertigfutter verarbeitet und ist daher nicht mehr automatisch eine sichere Wahl.


Wie lange eine Ausschlussdiät dauert

Die Angaben in der Fachliteratur schwanken zwischen 6 und 10 Wochen, mit tendenziell längeren Empfehlungen bei hartnäckigen Hautentzündungen. Eine erste Linderung von Symptomen wie Juckreiz oder Durchfall zeigt sich häufig nach 2 bis 4 Wochen, eine deutliche Besserung meist erst nach 4 bis 6 Wochen. Hartnäckige Hautentzündungen können bis zu 12 Wochen benötigen, bis sie abklingen.


Der Punkt, an dem die meisten Ausschlussdiäten scheitern

Jeder "Krümel" abseits der gewählten Zutaten verfälscht das Ergebnis – dazu zählen auch Zahnpflege-Snacks, Kauartikel oder Öle. In diesem Fall beginnt der gesamte Zeitraum der Diät von vorne. Das gesamte Umfeld (Familie, Hundesitter, Besuch) muss entsprechend sensibilisiert sein, damit das Ergebnis überhaupt aussagekräftig ist.


Nach der Ausschlussdiät – der Provokationstest

Zeigen sich keine Symptome mehr, folgt der Provokationstest: Das ursprüngliche Futter wird erneut gefüttert. Treten die Symptome dann wieder auf, gilt die Futtermittelallergie als bestätigt. Anschließend werden einzelne Zutaten der ursprünglichen Ernährung schrittweise wieder eingeführt, um den genauen Auslöser zu identifizieren.


Autoren-Box:

Ich bin Thorsten Riggers, zertifizierter Reico-Vital Systemexperte. Eine Ausschlussdiät sollte idealerweise in Abstimmung mit einem Tierarzt oder Ernährungsberater durchgeführt werden, insbesondere zur Abklärung anderer möglicher Ursachen vor Diätbeginn.


Quellen und weiterführende Hinweise

Zusammengestellt von Thorsten Riggers, zertifizierter Reico-Vital Systemexperte.

Futtercheckerin, Fachbeitrag zur Ausschlussdiät und Zuverlässigkeit von Allergietests.

COELIA für Tiere, Fachbeitrag zu Ablauf und Dauer der Ausschlussdiät.

Nutricanis, Fachbeitrag zu Symptomverlauf während der Eliminationsdiät.

Diese Zusammenstellung dient der allgemeinen Information und ersetzt keine
individuelle tierärztliche Diagnose.

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